Ein Schritt nach vorne im Kampf um nachhaltige Fischerei
EDEKA-Gruppe
Offizieller Partner des WWF für nachhaltige Fischerei
Die EDEKA-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2011ausschließlich Fisch aus nachhaltiger Fischerei zu beziehen und zu vermarkten. Für die Entwicklung einer entsprechenden nachhaltigen Fischeinkaufspolitik ist der WWF mit EDEKA eine strategische Partnerschaft eingegangen. EDEKA ist mit 10.000 Filialen die größte Handelskette in Deutschland. Niemand verkauft mehr Fisch und Meeresfrüchte. Die EDEKA-Gruppe macht fast ein Drittel des Umsatzes mit Fischprodukten in Deutschland.
Damit reagiert EDEKA auf die globale Fischereikrise. Rund 86 Millionen Tonnen Fische werden jährlich gefischt. 77 Prozent der wirtschaftlich genutzten Fischbestände sind bis an ihre Grenzen ausgebeutet oder überfischt. Manche Fischarten wie Aal, Roter Tunfisch im Mittelmeer oder auch Dornhai (aus dem diebeliebte Schillerlocke gewonnen wird) sind sogar vom Aussterben bedroht.
Nordsee, Ostsee und Teile des Nordost-Atlantikgehören zu den am stärksten überfischten Meeresregionen weltweit. Die immense Verschwendung, die jedes Jahr durch den Fang und anschließenden Rückwurf von Millionen Tonnen Fisch entsteht, ist einer der wichtigsten Gründe für den Niedergang der Fischbestände. Alleine in der Nordsee werden ein Drittel des gesamten Fischfangs – eine Million Tonnen – als Beifang über Bord geworfen. Wissenschaftler sagen den Zusammenbruch der kommerziellen Fischerei bis 2050 voraus, wenn weiter gefischt wird wie bisher. Dies wäre nicht nur eine Katastrophe für das Ökosystem Ozean, sondern würde auch hundertausende Arbeitsplätze kosten.
Dabei kann Fischerei auch nachhaltig betrieben werden – mit deutlichen Vorteilen für Mensch und Natur. So setzt der WWF zum Beispiel auf das Nachhaltigkeitssiegel des „Marine Stewardship Council“ (MSC), das eine umweltschonende Fischerei garantiert. Bereits acht Prozent der globalen Fischereien tragen das Siegel oder befinden sich im Zertifizierungsprozess für das MSC-Label.
Edeka will sein Sortiment schrittweise auf Fisch und Meeresfrüchte mit dem MSC-Siegel, aus anderweitiger nachhaltiger Fischerei und aus nachhaltiger Aquakultur umstellen. Im ersten Schritt will Edeka die auf der Roten Liste der IUCN aufgeführten bedrohten Fischarten auslisten.
Als größter Fischhändler Deutschlands will EDEKA zum Schutz der weltweiten Fischbestände entscheidend beitragen und umweltschonende Fangmethoden unterstützen, gleichzeitig sollen durch die Zusammenarbeit neue Lieferquellen erschlossen und die Umstellung herkömmlicher Fischereien beschleunigt werden.
Gemeinsam werden neue Beschaffungs-Leitlinien ausgearbeitet und die wichtigsten Lieferanten mit ins Boot geholt, die sich künftig an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten und mit dem MSC-Siegel zertifizieren lassen müssen. Bei Lieferanten, die Fisch aus Aquakulturen anbieten, werden EDEKA und der WWF gemeinsam daraufhinarbeiten, dass diese Zuchten bis 2011 anerkannte Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Darüber hinaus wird eine klare Kennzeichnung derFischprodukte angestrebt. So sollen zum Beispiel genauere Herkunftsnachweise Verbrauchern mehr Informationen vermitteln und eine konsequente Kaufentscheidung ermöglichen. Die Lieferanten sind gefordert, künftig bei allen Fischarten und Meeresfrüchten die konkreten Fanggebiete und die Ozeanbezeichnung (bei Wildfang) oder das Herkunftsland (bei Zuchtfisch) anzugeben.
Lobbyarbeit bei der EU-Fischereikommission zur Schaffung der politischen Rahmenbedingungen für eine nachhaltigeFischerei ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen dem WWF und EDEKA. Denn Hauptgrund für die Überfischung ist eine verfehlte Fischereipolitik. Jahrelang wurde der Ausbau der Fischfangflotte subventioniert. Gleichzeitig wurden die wissenschaftlichen Empfehlungen für nachhaltige Fangquoten immer wieder ignoriert.
Zudem wollen EDEKA und der WWF die Verbraucher für das Thema nachhaltiger Fisch sensibilisieren. Denn mit seiner Kaufentscheidung beeinflusst der Verbraucher das künftige Fischsortiment am Markt – und damit auch die Zukunft der Meere.
[Beitrag erschienen im WWF Magazin Januar 09]
Der Link führt Sie zum Einkaufsführer des WWF. So wissen Sie, welche Bestände überfischt sind und welchen Fisch Sie bedenkenlos kaufen können.
www.wwf.de/themen/meere-kuesten/ueberfischung/wwf-fischfuehrer/